Interview mit JJ Rio ( Rico )

Hallo Rico!

Schön, dass du dir Zeit für ein Interview nimmst.

 

Bea: Du spielst erst seit 2016 bei DailyGammon.
Wie bist du auf diese Seite aufmerksam geworden?
Warum gefällt es dir hier so gut?

Rico : Aus welchem Grund ich zu DailyGammon kam weiss ich gar nicht mehr – es war aber schon etwa im Jahr 2003. Ich hatte damals einen anderen Account, diesen aber eines Tages, immerhin auf Rang 2 der Gesamttabelle klassiert, total frustriert gelöscht um danach eine mehrjährige Pause einzulegen L.

 

Bea: Seit wann spielst du überhaupt Backgammon?

Rico : Des erste Mal … und es war Sommer … spielte ich 1989. Im Jahr darauf war ich einige Monate in Asien unterwegs, wo ich von einem erfahrenen Spieler viele gute Dinge abgucken bzw. lernen konnte. Zurück in der Schweiz belegte ich anlässlich meines allerersten Live-Turniers mit über 40 Teilnehmern gleich den 2. Rang und war vom Spiel umso mehr fasziniert.

 

Bea: Spielst du auch real Backgammon, also auf richtigen Turnieren?

Rico : Natürlich. Früher war ich jedoch weit aktiver und habe dabei einige gut dotierte nationale Turniere gewinnen können. Bei den wenigen Teilnahmen an internationalen Turnieren lief es weniger rund aber ich konnte dabei immerhin zwei frühere Weltmeister bezwingen. Zwischenzeitlich war ich dann aus zeitlichen Gründen (Sport, Familie) mehrere Jahre weg vom Fenster. 2016 habe ich die Zeit (und auch mein Mojo J) wieder gefunden und es gelang ein durchaus erfolgreiches Comeback.

 

Bea: Du gehörst zweifellos zu den großen Spielern in der Liga.
Wie bist du so gut geworden?
Hast du dir Bücher gekauft und oder mit einem Backgammon-Programm (wie Gnu oder Snowie) gearbeitet?

Rico : Talent, Spieltrieb und das Wissen nach den ersten Erfolgen, „in etwas wirklich gut sein zu können“, waren wohl die grundlegenden Zutaten bzw. Triebfedern. BG-Software (Snowie) hab ich zwar in den 90er-Jahren kennengelernt, das war aber überhaupt nie mein Ding. Ich kann Chancen und Möglichkeiten während eines Backgammon-Matches logisch-mathematisch ziemlich schnell und gut berechnen (die Nachkommastellen ersetze ich durch Bauchgefühl) und mache dabei anscheinend einiges richtig. Dies beinhaltet natürlich auch ein effizientes Handling des Double-Cubes.

 

Bea: Welchen Stellenwert gibst du den Doppler-Würfel?

Rico : Er verleiht dem Spiel die eigentliche Würze und bringt, je höher die gespielte Punktzahl eine Matches ist, den jeweils stärkeren Spieler in eine Favoritenposition. Ohne Doppler-Würfel gleicht Backgammon eher einer Partie ‚Eile mit Weile‘, wobei es durchaus auch mal reizvoll sein kann, Partien bis zum Ende auszuspielen ohne vorzeitig rausgedoppelt zu werden.

 

Bea:
In der Geschichte der Backgammonliga ist es schon öfter passiert,
dass der Meister eine Saiosn später direkt wieder abgestiegen ist.
Du bist ja auch dem Fluch zum Opfer gefallen.
„Der Fluch des Meisters“ […]
Was sagst du dazu? Woran kann es nach deiner Meinung nach liegen?

Rico : Spontan würde ich sagen ist das eher Zufall, bzw. eben in diesen 70% Glück vorhanden, welche auf einem solchen Spielniveau mit beinahe gleich starken Widersachern letztendlich oftmals entscheidend sind, ob man gewinnt oder verliert.

 

Bea: Hast du in der Liga einen Angstgegner?

Rico : Nein, in der Liga nicht. Ich fürchte nur Jordan, weil der soweit ich weiss den Code der Dailygammon-Webpage gestrickt hat 😉

 

Bea: Wenn du spielst, dann hast du für dich selbst so kleine Regeln aufgestellt, die du im Spiel beherzigst?

Rico : Ok, meine persönliche kleine Regel lautet: Keinerlei Kommentare im Chat während laufenden Matches, ausser der Gegner ist mir wirklich gut bekannt.

 

Bea: Hast du Verbesserungsvorschläge für die Liga?

Rico : Gleich vorweg: Du und deine Helfer macht hier einen super Job und das darf meiner Meinung nach gerne noch lange so weitergehen, darum an dieser Stelle mal ein riesiges Kompliment ans OK! Aber wenn sich vielleicht eine automatisierte Lösung für das Melden der Resultate finden liesse … 😉

 

Bea. Klasse Interview. Vielen, vielen Dank Rico für deine tollen Antworten.

perfect